Niagara-Fälle - Hardys Reise-Homepage

Hardy
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Kanada
Niagara Fälle














Das obige Foto wurde von Robert F. Tobler erstellt und unter der Lizenz CC-BY-SA 4.0 bei Wikimedia Commons zur freien Verwendung veröffentlicht.




Die
Niagara-Fälle

in Kanada und USA





Zweimal habe ich bisher die Niagara-Fälle besucht. Wenn man zu den Niagarafällen fahren möchte, dann  heißt das genaue Ziel Niagara Falls - die Frage ist nur, welches Niagara Falls. Es sind zwei Städte, die den selben Namen haben, sie liegen dicht beieinander und sind nur getrennt vom Niagara River. Die eine Stadt ist im Bundesstaat New York in den USA und die andere Stadt im Bundesstaat Ontario in Kanada.

Beim ersten Mal bin ich zwei Nächte auf der USA-Seite geblieben und beim zweiten Mal zwei Nächte auf der Kanada-Seite der Niagara-Fälle. Eindeutiges Statement - beide Seiten sind schön, aber die Kanada-Seite ist schöner.


Ganz besonders habe ich mich auf die Niagarafälle gefreut. Ein langjähriger Wunsch wurde endlich Realität. Bei meinem ersten Besuch bin ich von Boston, Massachusetts, nach Niagara Falls im Staat New York angereist. Auch wenn die Fahrt nach Niagara Falls sehr lang war und auch der Rückweg natürlich nicht kürzer - es hat sich gelohnt und ich kann jedem, der irgendwo in Massachusetts oder Connecticut ist, empfehlen, auch zu den Niagara-Fällen zu fahren. Zugegebenermaßen ist die Strecke zwischen Boston/MA und Niagara Falls/NY nicht unbedingt spannend (wenn man mal von einigen wenigen kleinen Orten absieht), aber man wird entschädigt, wenn man dann endlich am reißenden Niagara River steht und dann zum ersten Mal die imposanten Wasserfälle aus allernächster Nähe , fast zum Greifen nah, bewundern kann.


Niagarafälle
Mit der Wahl meines Hotels in Niagara Falls NY (Comfort Inn The Pointe) hatte ich ins Schwarze getroffen - näher zu den Wasserfällen konnte man gar nicht sein. Es ist ein typisches Haus einer amerikanischen Hotelkette mit der üblichen Ausstattung, aber vollkommen ok und ich würde es wieder buchen, wenn ich mal wieder auf der amerikanischen Seite der Niagara-Fälle übernachten wollte. Parkplatz und Frühstück inclusive, Lage extrem günstig, Zimmer ok - was will man mehr?

Vom Hotel aus war alles zu Fuß sehr gut zu erreichen und an der Hotelrezeption wurde ich gleich bei Ankunft auf die nächtliche Illumination des Niagara Rivers und der Wasserfälle aufmerksam gemacht.
Und so konnte ich nur wenig später staunend am komplett beleuchteten Niagara River stehen. Durch die Beleuchtung und die Schattenbildung wirkte der Fluss noch reißender.

Und dann direkt neben dem Wasserfall auf der amerikanischen Seite zu stehen, der von der kanadischen Seite aus in verschiedenen Farben beleuchtet wurde, war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

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unten 17 Fotos von den Niagara Fällen


Natürlich bin ich mit der "Maid of the Mist" gefahren, das ist ein "muss". Im Ticketpreis ist auch ein Plastikumhang enthalten, den man anschließend mitnehmen kann. Ohne diesen Plastikumhang würde man auf jeden Fall kletschnass werden - mit Plastikumhang wird man auch klatschnass ...


Nein, es ist nicht ganz so, aber wenn man nicht so ganz klein ist und wenn man auch noch fotografieren möchte, dann werden die Hosenbeine und die Ärmel auf jeden Fall kletschnass. Aus Sorge um meinen Fotoapparat hatte ich mir vorher einen Waterpack für meine Kamera zugelegt. Die Investition hat sich gelohnt, so konnte ich bedenkenlos und ohne Rücksicht auf die regenartige Gischt meine Fotos machen. Je näher man zu den Wasserfällen kam, umso stärker wurde der "Regen". Es war unglaublich - die auf den Bildern als "Nebel" erscheinende Wolke war wie ein unglaublich starker Regen und die "Maid of the Mist" fuhr natürlich mitten in diese Regenwolke hinein und der "Regen" prasselte von allen Seiten auf einen ein. Spätestens jetzt war auch dem zuversichtlichsten Menschen klar, warum es die Umhänge gab. Das Waterpack hat seine Aufgabe gut erfüllt, man musste nur daran denken, ab und zu mal die Tropfen von der Scheibe zu entfernen. Wie man sieht, habe ich nicht immer daran gedacht, aber wenigstens ab und zu.

Nach dem "Ride" auf der "Maid of the Mist" hat es sich als sehr günstig und vorteilhaft herausgestellt, dass mein Hotel in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen war - beste Voraussetzung, wenn man sich mal eben umziehen möchte.

Brücke zwischen USA und Kanada
Anschließend habe ich mich zu Fuß nach Kanada aufgemacht. Das war in diesem Fall ganz einfach - man verlässt durch eine Drehtür die Vereinigten Staaten, läuft über die Brücke und auf der anderen Seite ist die kanadische Immigration, die die üblichen Fragen stellt. Man bekommt seinen Stempel in den Pass und darf einreisen. Die Einreise zurück in die USA verläuft ähnlich problemlos. Man verlässt Kanada - nicht ohne zuvor etwas Kleingeld in den Automaten gesteckt zu haben, damit sich die Tür öffnet - schon kann man die Brücke betreten
und erneut in die USA einreisen. Dort muss man nur etwas vor der Immigration warten, bis man vortreten darf, beantwortet die üblichen Fragen und schon darf man die USA wieder betreten.
Ich kann nur jedem empfehlen, unbedingt auch zur canadisches Seite zu gehen. Der Blick von dort auf beide Wasserfälle ist wesentlich schöner, als von der amerikanischen Seite. Dafür kann man aber auf der amerikanischen Seite dichter an die Wasserfälle heran.

Niagara-Fälle Horseshoe-Falls
Beim zweiten Besuch der Niagara-Fälle erfolgte die Anreise aus Toronto. Ich weiß nicht, was stressiger ist - die 7-stündige Anreise von Boston, oder die lt. Routenplaner geschätzte Reisezeit von ca. 1,5 Stunden (die nicht realistisch sind) aus Toronto. Die Autobahn zwischen Boston und Niagara Falls, NY ist eintönig, aber leer. Die vielspurigen Autobahnen im Großraum Toronto sind niemals leer. Ich bin mehrmals im Raum Toronto auf verschiedenen Autobahnen gefahren, ich habe zu keinem Zeitpunkt nicht endlose Staus gehabt. Aber sei's drum, irgendwann kommt man an und dann hat man die Anreise auch bereits schon vergessen. Und ich würde ja auch jederzeit wieder von Toronto aus zu den Niagara-Fällen fahren und die Staus in Kauf nehmen.

Bei meinem Aufenthalt auf der USA-Seite war mir ein Hotel auf der kanadischen Seite aufgefallen, das sehr nah an den kanadischen Wasserfällen, den Horseshoe Falls, stand. Nach meiner Fußwanderung über die Brücke auf die kanadische Seite stand ich dann auch unterhalb des Hotels an den Horseshoe Falls und ich stellte mir vor, dass es einfach nur fantastisch sein müsste, aus einem der Hotelfenster auf die Niagara-Fälle schauen zu können, vor allem auch in den dunklen Abendstunden, wenn die Ilumintion eingeschaltet ist. So stand der Entschluss fest, beim
Hotel Embassy Suites
nächsten Aufenthalt würde ich dieses Hotel mit dem kurzen Namen "Embassy Suites by Hilton Niagara Falls-Fallsview, Ontario" buchen mit Blick auf die Wasserfälle. Und das habe ich dann auch gemacht.

Blick aus dem Hotelfenster
Der Blick aus dem Fenster des Hotels ist wirklich grandios. Mein Zimmer war im 10. Stock und lag etwas seitlich, so hatte ich nur einen Blick auf die kanadischen Horseshoe Falls. Wenn man noch 'etwas' mehr Geld investiert bekommt man ein Zimmer, aus dem man einen Blick auf alle Wasserfälle hat.

Da schon das etwas seitlich gelegene Zimmer das absolut teuerste Hotelzimmer auf der gesamten Reise war, genügte mir der Blick auf die Horseshoe Falls.
Ein paar Worte zum Hotel Embassy Suites - es ist ein schönes Hotel, aber es ist einfach nur voll und es geht im Lobbybereich und Frühstücksbereich sehr laut zu. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in einem Hotel Schlange stehen musste, hier stand man in der Warteschlange beim Check-in und Check-out, man stand Schlange an den Fahrstühlen, man stand in einer langen Schlange im Frühstücksbereich mit einem wirklich guten Buffet, bis man einen Tisch zugewiesen bekam und man stand Schlange beim Valet Parking, und zwar sowohl bei der An- als auch bei der Abreise. Und was mir noch aufgefallen war - die auf der Website des Hotels auf allen Zimmerfotos enthaltenen sehr schön aussehenden Polstersitzmöbeln, die so wunderschön vor den Fenstern platziert wurden, gab es nicht, nicht nur diese schönen Polstermöbel nicht, sondern gar keine Sitzgelegenheit.
Man kann in diesem Hotel fast nur Suiten buchen, so eine Suite hatte ich gebucht. Es hatte zwei Zimmer und ein Bad. Das eine Zimmer war das mit dem großen Fenster und einem sehr guten Bett, das andere Zimmer hatte ein Klappsofa (war natürlich nicht als Bett ausgeklappt) und hatte KEIN Fenster.

Direkt an der Rückseite des Hotels befindet sich ein Schräglift. Mit diesem Schräglift gelangt man zu einem Gebäude mit Restaurants, Shops und hier ist auch der Zugang zum "Journey behind the Falls". Journey behind the Falls sind unterirdische Gänge, die an zwei Stellen direkt hinter den Horseshoe Falls enden. Natürlich möchten sehr viele Menschen 'behind the Falls' sein und so steht man vor dem Eingang in einer kleinen Schlange und in den Tunnelgängen mit den beiden Öffnungen am Ender der Gänge stauen sich noch einmal die Touristen.
Schräglift vom Hotel zu 'Journey behind the Falls'
Am Eingang zu Journey behind the Falls bekommt man wieder Plastikumhänge, denn in der Nähe der beiden Tunnelöffnungen hinter dem Wasserfall und vor allem auf der Freifläche neben dem Wasserfall 'regnet' es zum Teil heftig - das soll einem aber nicht die Freude nehmen, so nah am Horseshoe Fall zu stehen. Die Freifläche befindet sich fast ganz unten, so kann man einerseits die Touristenboote beobachten, die in unmittelbarer Nähe der Wasserfälle gegen die heftige Strömung ankämpfen, sondern man steht fast auch genau neben der Stelle, an der die Wasserfälle auf den Boden krachen.

Gedenktafel zum Bootsunglück auf dem Niagara River
Wenn man sich der Wucht bewusst wird, mit der das Wasser aus großer Höhe auf den Boden bzw. auf die Wasserfläche aufkracht und sich dabei in Erinnerung ruft, was bei den Horseshoe Falls einem kleinen 7-jährigen Jungen passiert ist, kann es fast nicht fassen, dass der Junge das überlebt hat.

Hier ist im Jahre 1950 ein Junge nach einem Bootsunfall auf dem oberen Niagara River von der Strömung zu den Horseshoe Falls gerissen worden und abgestürzt. Er trug lediglich eine Badehose und
eine Rettungsweste. Die Besatzung einer 'Maid of the Mist' hat dem Jungen einen Rettungsring zugeworfen und konnte ihn dann aus dem Wasser ziehen. Seine 17-jährige Schwester konnte noch auf dem oberen Niagara River gerettet werden. Der Vater der Kinder, der auch der Bootsführer war, hat den Bootsunfall nicht überlebt.

Der Junge ist der einzige Mensch, der den Absturz über die Wasserfälle ohne jegliches Hilfsmaterial überlebt hat. Es hat immer wieder Menschen gegeben, die sich absichtlich von den Wassermassen über die Kante der Horseshoe Falls haben mitreißen lassen - aber sie alle hatten irgendwelche "Behälter" wie Tonnen etc. Einige haben es überlebt, viele sind dabei ums Leben gekommen.
Gedenktafel zum Bootsunfall auf dem Niagara River

Unvorstellbar, welche Ängste der kleine Junge gehabt haben muss, als er über die Kante des Wasserfalls ca. 57 Meter in die Tiefe stürzte. Im Gebaude, in dem auch der Eingang zu "Journey behind the Falls" ist eine Gedenktafel angebracht, die an dieses Unglück erinnert.

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nachstehend 9 Fotos von "Journey behind the Falls"


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